ÜBER MICH

Sven Gerhardt hat inzwischen schon mehr Jahre mit Kinderbuchschreiben als in der Schule verbracht! Eigentlich wollte er zuerst direkt in den Klassenzimmern sitzen bleiben und Lehrer werden – doch dann kam alles ganz anders. Aufgrund seines Talents mit Pinsel und Papier arbeitete er einige Jahre als Illustrator in der Verlags- und Werbewelt und fand dabei plötzlich Interesse am Geschichtenerzählen. Er lernte das Schreiben sozusagen durchs Zeichnen. Als er merkte, dass ihm einfach keine Pferde gelingen wollten, hörte er mit dem Illustrieren aber schließlich wieder auf. Was auch nicht weiter schlimm ist – denn so kann er sich auf seine eigentliche Begabung, das Erzählen, konzentrieren (und das Pferdezeichnen den Profis überlassen). Wenn er nicht gerade an einer seiner Geschichten tüftelt, arbeitet er als Grafikdesigner oder besucht vorlesenderweise das eine oder andere Klassenzimmer. 

Sven und die Bücher – wie alles begann …
Viele Kinderbuchautoren berichten, dass sie als Kind schon immer gerne gelesen und ein Buch nach dem anderen verschlungen haben. Das war bei mir nicht so. Ich kann mich an ein Buch erinnern, dass ich als Kind nicht verschlungen, sondern eher in äußerst kleinen Häppchen geknabbert habe. Es hieß »Armer Esel Alf« und hatte 48 Seiten. Ich habe mehrere Monate fürs Knabbern gebraucht und wusste am Ende nicht mehr, was am Anfang drin stand. Ich kann mich nur daran erinnern, dass es um einen Esel ging. Warum der arm war – keine Ahnung. 

Die Geschichte von Cora Annett war natürlich nicht das Problem. Es wäre mir vermutlich mit jedem anderen Buch genauso gegangen. Wenn ich die Wahl zwischen Spielen und Lesen hatte, entschied ich mich immer fürs Spielen. Und wenn ich die Wahl zwischen Lesen und Langweilen hatte … naja, ihr könnt es euch denken. Ich konnte ja nicht ahnen, was mir dadurch alles entging. 

Irgendwann bekam ich jedoch ein Wimmelbuch von Ali Mitgutsch in die Finger. Es hieß »Hier in den Bergen« und es fesselte mich sofort. Meine Ausgabe war zwar nur im Hosentaschenformat (meine Kinder haben mittlerweile die Großausgabe), aber die Bilder faszinierten mich! Es gab so unendlich viel zu entdecken – und das ganz ohne Buchstaben.

Endlich mal ein Buch, mit dem ich was anfangen konnte! 

Nun muss man allerdings wissen, dass ich immer schon gerne und recht passabel gezeichnet und gemalt habe. Dass ich den Zugang zu einem Buch über die Illustrationen bekommen hatte, war also eigentlich kein Wunder. Und Ali Mitgutschs Stil liebe ich bis heute sehr! Meine Verbindung zu Büchern war also geschaffen. 

Viele Jahre später sollten es auch die Bilder sein, die mich zum Schreiben gebracht haben. Irgendwann reifte in mir der kühne Wunsch ein Bilderbuch zu gestalten. Da ich mit meinen zeichnerischen Fähigkeiten recht schnell an meine Grenzen kam, legte ich das Projekt sehr bald wieder zu den Akten. Wenig später fiel mir jedoch das Buch »Sei kein Frosch, Malin« von Ylva Karlsson in die Hände. 

Ein entscheidender Moment für mich. 

Das minimalistisch gestaltete Buch mit den herrlichen vignettenartigen Illustrationen von Ole Könnecke gefiel mir als Grafiker, der ich mittlerweile war, richtig gut. Und als ich dann in der Autorenvita las, dass die gute Ylva ungefähr in meinem Alter war, dachte ich mir: Ich schreibe einen Kinderroman und zeichne die paar Bilder dazu auch noch selbst. Es gelang ganz gut und daraus wurde das bebilderte Manuskript zu »Nach dem Regen scheint die Sonne«. Das Schreiben hat mir dabei unheimlich viel Spaß gemacht, das Zeichnen fast genauso viel und ich nahm mir vor, an den Büchern dran zu bleiben, sollte ich einen Verlag für die Geschichte finden. 2003 erschien das Buch und seit dem bleibe ich dran und schreibe voller Begeisterung Kinderbücher. Das ist für mich die sinnhafteste Möglichkeit, meine Kreativität beruflich einzusetzen.

Mittlerweile lese ich selbst natürlich auch gerne und das allabendliche Vorlesen in unserem Wohnzimmer möchte ich auch nicht missen. Vermutlich sollte ich mir dringend noch mal eine Ausgabe vom armen Esel Alf besorgen, um sie gemeinsam mit meinen Kindern zu lesen …
Mein erstes Leseerlebnis
 
Mein Aha-Erlebnis
Die Initialzündung
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